Bessere Lebensbedingungen

450.000 Kleinbauern wurden geschult; Kennzahlen für Kleinbauern sind in der Entwicklung; 48.000 Shakti-Kleinhändler bis Ende 2012.

Unser Versprechen

Bis 2020 werden wir mehr als 500.000 Kleinbauern und 75.000 Kleinhändler in unseer Lieferkette einbinden.

Unsere Ergebnisse

Wir haben die Anzahl der im Bereich nachhaltige Anbauverfahren geschulten Teebauern auf rund 450.000 erhöht. Der nächste Schritt besteht in der Entwicklung einer Methodik für die Einschätzung von Verbesserungen der Lebensbedingungen von Kleinunternehmern. Wir haben unsere Programme für Kleinhändler konsolidiert und erreichen mittlerweile 48.000 Unternehmer.

Was am wichtigsten ist

Für das Versprechen besserer Lebensbedingungen haben wir ein Ziel bestimmt, das uns am wichtigsten ist: Kleinbauern. Unsere wichtigsten Ziele sind durch den Buchstaben (M) gekennzeichnet.

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Unsere Perspektive

Unser Unternehmen trägt zum wirtschaftlichen Wohlergehen vieler Gemeinden entlang der Wertschöpfungskette bei, sei es durch Beschäftigung, Schulung oder Einbindung in unserer erweiterte Lieferkette.

In Entwicklungs- und Schwellenmärkten haben wir sogar noch mehr Einfluss auf die Lebensbedingungen. Das liegt daran, dass an unseren Liefer- und Vertriebsnetzwerken Millionen von Kleinbauern, Vertriebspartnern und Einzelhändlern beteiligt sind. Die meisten Kleinbauern bauen ihre Feldfrüchte auf einer Fläche von unter 2 Hektar an. Sie sind oftmals nicht in der Lage, ihre Einkommen zu verbessern, weil sie nicht über die nötigen Kenntnisse über aktuelle Anbauverfahren verfügen. Wenn Kleinbauern Zugang zu Schulungen, qualitativ besseren Saaten und Düngemitteln haben, können sie ihre Erträge deutlich steigern. Davon profitiert auch Unilever. Wenn wir unser Unternehmen in den Entwicklungs- und Schwellenmärkten ausweiten, werden wir mehr von Kleinbauern angebaute landwirtschaftliche Erzeugnisse beziehen. Wenn sie Erfolg haben und ihre Einkommen verbessern können, werden Sie in der Lage sein zu investieren, und wir haben mehr Versorgungssicherheit und oftmals qualitativ bessere Rohmaterialien für unsere Lebensmittelprodukte.

Investition in Kleinbauern

Wir haben die Anzahl der Kleinbauern, die wir mit Schulungen erreichen, erhöht, ebenso unsere Investitionen. Bis wir die Auswirkungen unserer Arbeit auf ihre Lebensbedingungen aufgezeigt und unser Engagement bei Bäuerinnen intensiviert haben, liegt allerdings noch viel Arbeit vor uns. Kleinbauern und ihre Anbauverfahren sind sehr vielfältig, was unsere Aufgabe der Bewertung der Vorteile unserer Beteiligung nur um so schwieriger macht. Nichtsdestotrotz möchten wir gemeinsam eine einfache, kosteneffiziente Methode entwickeln, um aufzuzeigen, wie unsere Beteiligung die Lebensbedingungen von Kleinbauern verbessert.

Als weltgrößter Einkäufer von schwarzem Tee arbeiten wir federführend mit der Rainforest Alliance an der Zertifizierung unserer Teelieferungen. Wir kaufen nun von der Rainforest Alliance zertifizierten Kakao und sind Mitglied der Taskforce des Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO). Hier arbeiten wir gemeinsam mit anderen daran, wie am besten eine Nachhaltigkeitszertifizierung für Palmöl-Kleinbauern erreicht werden kann.

Unilever ist entschlossen, die Menschenrechte und gute Arbeitsbedingungen zu respektieren und zu fördern. Die Übernahme der United Nations Guiding Principles on Business and Human Right (Richtlinien der Vereinten Nationen zu Wirtschaft und Menschenrechten) hat uns dazu gebracht, die Integration der Menschen- und Arbeitsrechtsstrategien in unserem gesamten Unternehmen und entlang unserer Wertschöpfungskette zu überdenken. Um dieses Thema in Angriff zu nehmen, haben wir Anfang 2013 die Position des Global Vice President for Social Impact geschaffen. Uns ist bewusst, dass wir in diesem Bereich noch viel zu tun haben.

Förderung des Einkommens von Frauen

Wenn Frauen wirtschaftlich gestärkt werden, vergrößern sich dadurch die Möglichkeiten, Familien aus der Armut zu helfen. In Indien beispielsweise konnte eine Unternehmerin dank der Partnerschaft zwischen der Regierung in Maharashtra und Hindustan Unilever in ein Werk zur Verarbeitung von Tomaten investieren und die Lieferungen von 600 Kleinbauern unter Vertrag nehmen. Wir haben die Bauern in nachhaltigen Anbauverfahren geschult und dadurch einen Beitrag zu hochwertigen Tomaten für unsere Ketchupmarke Kissan geleistet. In unserer ländlichen Vertriebsoperation Shakti verdoppeln die Einkünfte für gewöhnlich die Haushaltseinkommen. Für viele bedeuten diese neuen Einkünfte, dass sie ihren Kindern eine gute Ausbildung ermöglichen können.

Bessere Lebensbedingungen

Nachhaltiges, profitables Wachstum hängt von unseren Mitarbeitern ab

Wir erwarten von allen unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, dass sie bei ihren alltäglichen Aufgaben hohe Verhaltensstandards einhalten, unsere Werte in Bezug auf Integrität, Respekt und Verantwortungsbewusstsein widerspiegeln und Pioniergeist beweisen. Nachhaltiges, profitables Wachstum kann nur erzielt werden, wenn die richtigen Mitarbeiter für ein Unternehmen arbeiten, dass gewinnträchtig aufgestellt ist und eine Kultur lebt, in der Leistung stets in Übereinstimmung mit unseren Werten erfolgt.

Menschen- und Arbeitsrechte

Unser Kodex der Unternehmensgrundsätze und unser Lieferantenkodex erläutern unsere Verpflichtungen in Bezug auf Menschen- und Arbeitsrechte. Insbesondere legen wir Wert darauf, unsere Mitarbeiter und Geschäftspartner mit Würde, Integrität und Fairness zu behandeln. Der Vorstand von Unilever ist verantwortlich für die Sicherstellung der Einhaltung dieser Verpflichtungen, und unserer Geschäftsleitung obliegt die Aufgabe, ihre Erfüllung zu überwachen und zu gewährleisten, dass sämtliche Verletzungen unseres Kodexes untersucht werden. Wir erwarten von unseren Mitarbeitern, sämtliche Verletzungen unserer Kodexe zu melden, und rufen sie ausdrücklich dazu auf.

Wie viele andere Unternehmen haben wir eine umfassende Einschätzung durchgeführt, um herauszufinden, wie wir die UN-Richtlinien zu Wirtschaft und Menschenrechten bestmöglich operationalisieren und implementieren können. So haben wir etwa die Richtlinien unseres Kodexes überarbeitet und eine Überstimmung mit unserem Sustainable Living Plan sichergestellt. Anfang 2013 haben wir einen Global Vice President for Social Impact ernannt, der diese Integration leiten wird. Diese Einschätzung wurde außerdem gestützt durch ein zweijähriges Forschungsprojekt von Oxfam mit dem Titel „Arbeitsrechte in der Lieferkette von Unilever“ . Die Ergebnisse wurden Anfang 2013 veröffentlicht. Oxfam hat unsere Geschäfte in Vietnam als Hauptfallstudie genutzt und sechs Empfehlungen für unser Unternehmen abgegeben.

Diese drehen sich um die Unterstützung der Lebensbedingungen der Arbeiter, das Anbieten von Schulungen zum Thema Menschenrechte innerhalb des Unternehmens, die Implementierung von mehr Möglichkeiten, wie Arbeiter Bedenken äußern können, sowie eine engere Zusammenarbeit mit Lieferanten und Partnern, um die Erfüllung der Standards sicherzustellen. In Anbetracht dieser Empfehlungen überprüfen wir derzeit unsere vietnamesische Lieferkette.

Der Bericht enthält außerdem Implikationen für unser weltweites Geschäft und wir untersuchen, wie wir für alle unsere Arbeiter und entlang unserer gesamten Wertschöpfungskette nachhaltige Lebensbedingungen fördern können. Zudem werden wir unseren Einsatz von Zeitarbeitern überprüfen. Wir werden uns ansehen, inwieweit unsere Lieferanten den Lieferantenkodex verstehen, und sicherstellen, dass unsere eigenen Tätigkeiten die gleichen Standards erfüllen, die wir auch von unseren Lieferanten erwarten. Wir werden zudem Kennzahlen für die Einschätzung der Arbeits- und Menschenrechte entwickeln.

Wir erkennen an, dass Fortschritte am besten durch Zusammenarbeit mit anderen erzielt werden können. Daher werden wir gemeinsam mit Partnern aus der Industrie, Nichtregierungsorganisationen, Gewerkschaften und Geschäftspartnern daran arbeiten, die Integration der Menschen- und Arbeitsrechte in unser Unternehmen zu vereinheitlichen.

Vielfalt

Wir begrüßen die Vielfalt der Menschen, glauben an Integration und respektieren Menschen dafür, was sie sind und was sie einbringen. Über 75 % unsere Verbraucher sind Frauen. Dies muss bei unserer Belegschaft berücksichtigt werden.

Der Anteil der Frauen in Führungspositionen hat sich von 39 % im Jahr 2011 auf 41 % in 2012 erhöht. Nach einem Jahrzehnt kontinuierlicher Verbesserungen zeigt ein Plus von über einem Prozentpunkt Fortschritte – aber wir wissen, dass noch ein langer Weg vor uns liegt. Wir haben drei weibliche Non-Executive Directors im Vorstand (das entspricht 25 %) und empfehlen, 2013 zwei weitere zu ernennen. 2012 haben wir eine zweite Frau in die Unilever-Geschäftsleitung berufen.

In Österreich ist die Position der Geschäftsführerin mit einer Frau – Sonja Gahleitner – besetzt. Der Frauenanteil innerhalb der Unilever Austria GmbH beträgt derzeit 49%.

Kleinbauern (M)

  • Unser Ziel ist es, mindestens 500.000 Kleinbauern in unser Liefernetzwerk zu integrieren. Wir werden ihnen helfen, ihre Anbaumethoden zu verbessern, und ihnen somit ermöglichen, wettbewerbsfähiger zu werden. Dadurch verbessern wir die Qualität ihrer Lebensbedingungen.

  • Wir arbeiten weiterhin mit Partnern an der Entwicklung einer effektiven Methodik für die Einschätzung der Verbesserung der Lebensbedingungen in unserem Lieferkettennetzwerk.

Mehr zu Kleinbauern

Unsere Perspektive

Bauern bei der ZwiebelernteDurch unsere Lieferpartnerschaften haben wir dabei geholfen, 450.000 Teebauern in nachhaltigen Anbauverfahren zu schulen. Das sind etwa 150.000 mehr als 2011. Über 300.000 dieser Kleinbauern haben die Rainforest Alliance-Zertifizierung erreicht, die meisten davon sind Kleinbauern in Kenia. Andernorts haben wir Kakaobauern beim Erhalt der Rainforest Alliance-Zertifizierung in Westafrika unterstützt.

Wir konzentrieren uns auf Unterstützungsmaßnahmen, die die landwirtschaftlichen Verfahren verbessern. Wir möchten zeigen, dass dadurch die Lebensbedingungen verbessert werden können. Nachdem wir die bestehenden Einschätzungsmethoden untersucht haben, haben wir uns dazu entschlossen, Nichtregierungsorganisationen und Partner aus der Lieferkette zu konsultieren. Wir möchten wissen, wie wir eine einfache, schnelle und erschwingliche Methodik für die Einschätzung der Lebensbedingungen entwickeln können. Unser Ziel ist es, diese Methodik 2013 zu entwickeln und zu testen.

Auch wenn wir noch viel tun müssen, um die Auswirkungen unserer Arbeit zu demonstrieren, zeigen unsere Beschaffungsstandards und unsere Fähigkeit, bewährte Verfahrensweise weiterzugeben, dass wir einen großen Einfluss auf den gesamten Sektor haben können. In unserer Sunrise-Partnerschaft mit Oxfam GB sind wir von einem einzelnen Programm dazu übergegangen, uns an einer Reihe von Programmen unserer Lieferanten für Kleinbauern zu beteiligen und davon zu lernen. Ziel ist es, klare Pläne für integrative Geschäftsmodelle zu entwickeln, die wirtschaftliche Erfolge bringen und dabei helfen, die sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Bedingungen zu verbessern.

Einschätzung unseres Einflusses

2012 haben wir eine unabhängige Einschätzung zur Bewertung der Lebensbedingungen in Auftrag gegeben. Dabei haben wir uns insbesondere auf die Auswirkungen der Rainforest Alliance (RA)-Zertifizierung auf Kleinbauern und ihre Farmarbeiter in unserer Lieferkette für Tee in Kenia konzentriert.

Die Studie hat bestätigt, dass RA-zertifizierte Bauern und ihre Arbeiter in mehreren Bereichen der sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Rahmenbedingungen bedeutendere Verbesserungen erfahren als Bauern, die nicht durch die RA zertifiziert wurden. Dies gilt jedoch nicht einheitlich, da in einigen Bereichen auch nicht zertifizierte Bauern  von ähnlich positiven Auswirkungen berichteten.

Dies ist ein komplexes Gebiet, weshalb wir die Ergebnisse mit Nichtregierungsorganisationen und anderen Partnern bewerten und weitere Studien mit ihnen durchführen, um zu verstehen, wie wir am besten zu den richtigen Ergebnissen gelangen können.

Kleinhändler

  • Shakti, unser Haustürverkauf in Indien, bietet Arbeit für viele Menschen in armen ländlichen Gebieten. Wir werden die Zahl von Shakti-Unternehmern, die wir rekrutieren, schulen und anstellen, von 45.000 im Jahr 2010 auf 75.000 im Jahr 2015 erhöhen. Wir haben ähnliche Verkaufsprojekte in Bangladesch, Sri Lanka und Vietnam, die wir genauso ausweiten möchten.

  • 48.000 Unternehmerinnen („Shakti Ammas“) haben 2012 Produkte an mehr als 3,3 Millionen Haushalte in über 135.000 indischen Dörfern verkauft.

Mehr zu Kleinhändlern

Unsere Perspektive

Das Anwerben und Schulen von Unternehmerinnen („Shakti ammas“) ist ein ressourcenintensiver Prozess. 2012 haben wir mit unseren vorhandenen Unternehmerinnen gearbeitet, um ihnen bei der Ausweitung und Entwicklung ihrer Betriebe zu helfen. Das hat die Konsolidierung und Stärkung unseres Netzwerks unterstützt.

Wir haben vor, unseren Vertrieb in ländlichen Zonen im Zeitraum 2013 bis 2015 weiter auszudehnen, um noch mehr kleine, entlegene Dörfer zu erreichen. Die Einbeziehung der Shakti ammas ist ein wichtiger Bestandteil dieses Plans.

Die Shakti-Verkäuferinnen haben sich als erfolgreich bei der Ausweitung unserer Präsenz in ländlichen Gebieten und dem Aufbau starker örtlicher Beziehungen zu Verbrauchern erweisen. Das unterstützt die Markentreue. Das von uns genutzte Modell verbessert die Lebensverhältnisse unserer Verkäufer und ihrer Familien und verdoppelt für gewöhnlich das Einkommen des jeweiligen Haushalts.

Das Programm wurde 2010 auf die „Shaktimaans“ ausgeweitet – für gewöhnlich die Ehemänner oder Brüder der Shakti ammas. Sie sind mit dem Fahrrad unterwegs in die umliegenden Dörfer, um unsere Produkte dort zu verkaufen, und können so ein größeres Gebiet abdecken, als die Shakti ammas das zu Fuß können. In ganz Indien gibt es über 30.000 Shaktimaans und wir planen, das Programm 2013 weiter auszudehnen. Diese 30.000 Shaktimaans unterstützen unsere 48.000 Shakti ammas.

Technologie steigert Verkäufe und Einkommen der Shaktis

Verkäuferin in Indien bei der Arbeit2012 haben wir unseren ländlichen Shakti-Vertrieb verbessert, in dem wir Mobiltelefone für eine Reihe unserer Verkäuferinnen mitfinanzierten und sie so mit einer einfachen Möglichkeit zur Steigerung ihrer Absätze ausstatteten. Diese kostengünstige, aber äußerst effektive Mobiltechnologie unterstützt sie beim Verkauf der richtigen Produkte, spart Zeit während der Verkaufsgespräche und erhöht gleichzeitig Absätze und Einkommen.

† Wird 2013 von unabhängiger Stelle durch PwC bestätigt.

„Wir werden mit anderen Partnern wie der Industrie, Nichtregierungs- organisationen und Gewerkschaften gemeinsam an der Vereinheitlichung der Menschen- und Arbeitsrechte in unserem Unternehmen arbeiten.“

Zukünftige Herausforderungen

Beim Thema Kleinbauern besteht unsere Herausforderung darin, eine effektive und zugleich günstige Methodik für die Einschätzung der Auswirkungen zu entwickeln. In einigen Pilotstudien lagen die Evaluierungskosten höher als die zu bewertende Beteiligung. Und auch dann kann der Nachweis aufgrund fehlender Ausgangsdaten unsicher sein. Wir werden weiter mit Partnern wie Oxfam, Grameen sowie der Bill and Melinda Gates Foundation an der Verfeinerung unseres Verständnisses von Praktikabilität arbeiten.

Wir sorgen für die Respektierung von Menschen- und Arbeitsrechte in unserer gesamten Wertschöpfungskette. Dazu zählen Themen wie Landrechte, Frauen und Dialog mit der Gemeinde.