Unsere Perspektive
Unser Unternehmen trägt zum wirtschaftlichen Wohlergehen vieler Gemeinden entlang der Wertschöpfungskette bei, sei es durch Beschäftigung, Schulung oder Einbindung in unserer erweiterte Lieferkette.
In Entwicklungs- und Schwellenmärkten haben wir sogar noch mehr Einfluss auf die Lebensbedingungen. Das liegt daran, dass an unseren Liefer- und Vertriebsnetzwerken Millionen von Kleinbauern, Vertriebspartnern und Einzelhändlern beteiligt sind. Die meisten Kleinbauern bauen ihre Feldfrüchte auf einer Fläche von unter 2 Hektar an. Sie sind oftmals nicht in der Lage, ihre Einkommen zu verbessern, weil sie nicht über die nötigen Kenntnisse über aktuelle Anbauverfahren verfügen. Wenn Kleinbauern Zugang zu Schulungen, qualitativ besseren Saaten und Düngemitteln haben, können sie ihre Erträge deutlich steigern. Davon profitiert auch Unilever. Wenn wir unser Unternehmen in den Entwicklungs- und Schwellenmärkten ausweiten, werden wir mehr von Kleinbauern angebaute landwirtschaftliche Erzeugnisse beziehen. Wenn sie Erfolg haben und ihre Einkommen verbessern können, werden Sie in der Lage sein zu investieren, und wir haben mehr Versorgungssicherheit und oftmals qualitativ bessere Rohmaterialien für unsere Lebensmittelprodukte.
Investition in Kleinbauern
Wir haben die Anzahl der Kleinbauern, die wir mit Schulungen erreichen, erhöht, ebenso unsere Investitionen. Bis wir die Auswirkungen unserer Arbeit auf ihre Lebensbedingungen aufgezeigt und unser Engagement bei Bäuerinnen intensiviert haben, liegt allerdings noch viel Arbeit vor uns. Kleinbauern und ihre Anbauverfahren sind sehr vielfältig, was unsere Aufgabe der Bewertung der Vorteile unserer Beteiligung nur um so schwieriger macht. Nichtsdestotrotz möchten wir gemeinsam eine einfache, kosteneffiziente Methode entwickeln, um aufzuzeigen, wie unsere Beteiligung die Lebensbedingungen von Kleinbauern verbessert.
Als weltgrößter Einkäufer von schwarzem Tee arbeiten wir federführend mit der Rainforest Alliance an der Zertifizierung unserer Teelieferungen. Wir kaufen nun von der Rainforest Alliance zertifizierten Kakao und sind Mitglied der Taskforce des Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO). Hier arbeiten wir gemeinsam mit anderen daran, wie am besten eine Nachhaltigkeitszertifizierung für Palmöl-Kleinbauern erreicht werden kann.
Unilever ist entschlossen, die Menschenrechte und gute Arbeitsbedingungen zu respektieren und zu fördern. Die Übernahme der United Nations Guiding Principles on Business and Human Right (Richtlinien der Vereinten Nationen zu Wirtschaft und Menschenrechten) hat uns dazu gebracht, die Integration der Menschen- und Arbeitsrechtsstrategien in unserem gesamten Unternehmen und entlang unserer Wertschöpfungskette zu überdenken. Um dieses Thema in Angriff zu nehmen, haben wir Anfang 2013 die Position des Global Vice President for Social Impact geschaffen. Uns ist bewusst, dass wir in diesem Bereich noch viel zu tun haben.
Förderung des Einkommens von Frauen
Wenn Frauen wirtschaftlich gestärkt werden, vergrößern sich dadurch die Möglichkeiten, Familien aus der Armut zu helfen. In Indien beispielsweise konnte eine Unternehmerin dank der Partnerschaft zwischen der Regierung in Maharashtra und Hindustan Unilever in ein Werk zur Verarbeitung von Tomaten investieren und die Lieferungen von 600 Kleinbauern unter Vertrag nehmen. Wir haben die Bauern in nachhaltigen Anbauverfahren geschult und dadurch einen Beitrag zu hochwertigen Tomaten für unsere Ketchupmarke Kissan geleistet. In unserer ländlichen Vertriebsoperation Shakti verdoppeln die Einkünfte für gewöhnlich die Haushaltseinkommen. Für viele bedeuten diese neuen Einkünfte, dass sie ihren Kindern eine gute Ausbildung ermöglichen können.
Bessere Lebensbedingungen
Nachhaltiges, profitables Wachstum hängt von unseren Mitarbeitern ab
Wir erwarten von allen unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, dass sie bei ihren alltäglichen Aufgaben hohe Verhaltensstandards einhalten, unsere Werte in Bezug auf Integrität, Respekt und Verantwortungsbewusstsein widerspiegeln und Pioniergeist beweisen. Nachhaltiges, profitables Wachstum kann nur erzielt werden, wenn die richtigen Mitarbeiter für ein Unternehmen arbeiten, dass gewinnträchtig aufgestellt ist und eine Kultur lebt, in der Leistung stets in Übereinstimmung mit unseren Werten erfolgt.
Menschen- und Arbeitsrechte
Unser Kodex der Unternehmensgrundsätze und unser Lieferantenkodex erläutern unsere Verpflichtungen in Bezug auf Menschen- und Arbeitsrechte. Insbesondere legen wir Wert darauf, unsere Mitarbeiter und Geschäftspartner mit Würde, Integrität und Fairness zu behandeln. Der Vorstand von Unilever ist verantwortlich für die Sicherstellung der Einhaltung dieser Verpflichtungen, und unserer Geschäftsleitung obliegt die Aufgabe, ihre Erfüllung zu überwachen und zu gewährleisten, dass sämtliche Verletzungen unseres Kodexes untersucht werden. Wir erwarten von unseren Mitarbeitern, sämtliche Verletzungen unserer Kodexe zu melden, und rufen sie ausdrücklich dazu auf.
Wie viele andere Unternehmen haben wir eine umfassende Einschätzung durchgeführt, um herauszufinden, wie wir die UN-Richtlinien zu Wirtschaft und Menschenrechten bestmöglich operationalisieren und implementieren können. So haben wir etwa die Richtlinien unseres Kodexes überarbeitet und eine Überstimmung mit unserem Sustainable Living Plan sichergestellt. Anfang 2013 haben wir einen Global Vice President for Social Impact ernannt, der diese Integration leiten wird. Diese Einschätzung wurde außerdem gestützt durch ein zweijähriges Forschungsprojekt von Oxfam mit dem Titel „Arbeitsrechte in der Lieferkette von Unilever“ . Die Ergebnisse wurden Anfang 2013 veröffentlicht. Oxfam hat unsere Geschäfte in Vietnam als Hauptfallstudie genutzt und sechs Empfehlungen für unser Unternehmen abgegeben.
Diese drehen sich um die Unterstützung der Lebensbedingungen der Arbeiter, das Anbieten von Schulungen zum Thema Menschenrechte innerhalb des Unternehmens, die Implementierung von mehr Möglichkeiten, wie Arbeiter Bedenken äußern können, sowie eine engere Zusammenarbeit mit Lieferanten und Partnern, um die Erfüllung der Standards sicherzustellen. In Anbetracht dieser Empfehlungen überprüfen wir derzeit unsere vietnamesische Lieferkette.
Der Bericht enthält außerdem Implikationen für unser weltweites Geschäft und wir untersuchen, wie wir für alle unsere Arbeiter und entlang unserer gesamten Wertschöpfungskette nachhaltige Lebensbedingungen fördern können. Zudem werden wir unseren Einsatz von Zeitarbeitern überprüfen. Wir werden uns ansehen, inwieweit unsere Lieferanten den Lieferantenkodex verstehen, und sicherstellen, dass unsere eigenen Tätigkeiten die gleichen Standards erfüllen, die wir auch von unseren Lieferanten erwarten. Wir werden zudem Kennzahlen für die Einschätzung der Arbeits- und Menschenrechte entwickeln.
Wir erkennen an, dass Fortschritte am besten durch Zusammenarbeit mit anderen erzielt werden können. Daher werden wir gemeinsam mit Partnern aus der Industrie, Nichtregierungsorganisationen, Gewerkschaften und Geschäftspartnern daran arbeiten, die Integration der Menschen- und Arbeitsrechte in unser Unternehmen zu vereinheitlichen.
Vielfalt
Wir begrüßen die Vielfalt der Menschen, glauben an Integration und respektieren Menschen dafür, was sie sind und was sie einbringen. Über 75 % unsere Verbraucher sind Frauen. Dies muss bei unserer Belegschaft berücksichtigt werden.
Der Anteil der Frauen in Führungspositionen hat sich von 39 % im Jahr 2011 auf 41 % in 2012 erhöht. Nach einem Jahrzehnt kontinuierlicher Verbesserungen zeigt ein Plus von über einem Prozentpunkt Fortschritte – aber wir wissen, dass noch ein langer Weg vor uns liegt. Wir haben drei weibliche Non-Executive Directors im Vorstand (das entspricht 25 %) und empfehlen, 2013 zwei weitere zu ernennen. 2012 haben wir eine zweite Frau in die Unilever-Geschäftsleitung berufen.
In Österreich ist die Position der Geschäftsführerin mit einer Frau – Sonja Gahleitner – besetzt. Der Frauenanteil innerhalb der Unilever Austria GmbH beträgt derzeit 49%.