Nachhaltige Beschaffung

36 % unserer landwirtschaftlichen Rohwaren beziehen wir seit Ende 2012 aus nachhaltigem Anbau.

Unser Versprechen

Bis 2020 werden wir 100 % unserer landwirtschaftlichen Rohwaren nachhaltig beschaffen: 10 % bis 2010, 30 % bis 2012, 50 % bis 2015, 100 % bis 2020.

Unsere Ergebnisse

36 % unserer landwirtschaftlichen Rohwaren beziehen wir seit Ende 2012 aus nachhaltigem Anbau. Damit haben wir unseren Zwischen-Meilenstein von 30 % überschritten und eine deutliche Steigerung gegenüber den 24 % im Jahr 2011 erreicht.

Was am wichtigsten ist

Für das Versprechen der nachhaltigen Beschaffung haben wir uns für drei Ziele entschieden, die uns am wichtigsten sind: Nachhaltig zertifiziertes Palmöl, segregiertes (vollständig rückverfolgbar nachhaltiges) Palmöl sowie Papier und Pappe. Unsere wichtigsten Ziele sind durch den Buchstaben (M) gekennzeichnet.

  • Erfüllt: 1
  • Auf Plan: 15
  • Nicht auf Plan: 1
  • %% erfüllt: 0

Unsere Perspektive

Die Hälfte der Rohwaren für Unilever kommt entweder aus der Land- oder aus der Forstwirtschaft. Die Entscheidungen darüber, von wem wir unsere Rohstoffe beziehen und wie wir mit diesen Produzenten zusammenarbeiten, können einen signifikanten Einfluss auf globale Ressourcen, Klimaveränderungen und die Lebensbedingungen von Bauern haben.

Für Unilever gibt es einen eindeutigen Business Case für die Beschaffung nachhaltiger Rohwaren. Auf lange Sicht können wir so unsere Versorgung sichern, die Kosten reduzieren und knappe Ressourcen schützen. Dieser langfristige Ansatz kann außerdem eine Win-win-Situation für Bauern darstellen.

Durch die Rückverfolgbarkeit von Palmöl bis zur Quelle kann Unilever beispielsweise die Nachhaltigkeit der Lieferungen sicherstellen und gleichzeitig gewährleisten, dass mit Themen wie Entwaldung und Landnutzung sowie mit sozialen und kommunalen Problemen verantwortlich umgegangen wird.

Indem wir die Informationen über den Ursprung unserer Produkte öffentlich machen, erfüllen wir zudem einen erkennbar wachsenden Bedarf der Verbraucher.

Wir sind stolz auf die Fortschritte, die wir bei der Beschaffung gemacht haben. Wir konzentrieren uns zunächst auf unsere zehn wichtigsten landwirtschaftlichen Rohwarengruppen. Diese machen etwa zwei Drittel unseres gesamten Volumens aus: Palmöl, Papier und Pappe, Soja, Zucker, Tee, Obst und Gemüse, Sonnenblumenöl, Rapsöl, milchbasierte Zutaten und Kakao. Bei allen diesen Materialien liegen wir im Plan. Dennoch ist die Umstellung auf nachhaltigen Anbau weiterhin eine Aufgabe immensen Ausmaßes, besonders bei jenen Rohwaren, bei denen es nur um kleine Mengen geht.

Unser Kodex für nachhaltige Landwirtschaft

2010 haben wir nach 15-jähriger Arbeit unseren Unilever-Kodex für nachhaltige Landwirtschaft fertiggestellt. Unser nachhaltiges Beschaffungsprogramm basiert auf der Einhaltung dieses Kodexes, und zwar per Verifizierung sowie externen Zertifizierungsstandards.

2012 haben wir den Kodex erstmals auf breiter Ebene angewendet und tiefere Einblicke in die Problemstellungen unserer Lieferanten erhalten. Wir verfügen nun über nachhaltig beschaffte Tomaten, Milcherzeugnisse, Rapssamen, Sonnenblumenkerne, Zuckerrüben und Kartoffeln – ein Beweis für die Flexibilität des Kodexes bei unterschiedlichen Feldfrüchten und Ländern. Chinesische Tomatenbauern haben den Einsatz von Düngemitteln deutlich verringert und gleichzeitig ihre Ernteerträge gesteigert.

Palmöl (M)

  • Bis 2015 werden wir unser gesamtes Palmöl aus zertifizierten nachhaltigen Quellen beschaffen.
  • Bis 2020 werden wir unser gesamtes Palmöl aus zertifizierten, zurückverfolgbaren Quellen beschaffen.

    (Neues Ziel 2012)

  • Bis Ende 2012 wurden 100 % des Palmöls aus nachhaltigen Quellen beschafft: 97 % über GreenPalm-Zertifikate* und
  • Bis Ende 2012 wurden 3 % des Palmöls aus nachhaltigen, rückverfolgbaren Quellen (segregiert) beschafft. In DACH ist das schon seit 2010 der Fall.

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Unsere Perspektive

Im April 2012 haben wir angekündigt, dass wir unser Ziel für 2015 drei Jahre früher als geplant erreichen würden. Dies ist hauptsächlich dem Erwerb von GreenPalm-Zertifikaten zu verdanken. Unserer Meinung nach ist dies ein bedeutender Beitrag zu einer nachhaltigeren Palmölindustrie, es handelt sich aber auch lediglich um einen ersten Schritt.

Für eine nachhaltige Beschaffung müssen wir in der Lage sein, unser Palmöl bis zu den Plantagen, auf denen es angebaut wird, und über seinen Weg zu zertifizierten Mühlen und Transportwegen zurückzuverfolgen. Unser neues Ziel ist es, bis 2020 unser gesamtes Palmöl aus zertifizierten, rückverfolgbaren Quellen zu beschaffen.

Wir haben 2011 mit der Beschaffung rückverfolgbaren Palmöls für unsere europäischen Märkte begonnen. Die jeweiligen Lieferanten wurden vom Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO) zertifiziert. In Indonesien investieren wir 69 Mio. Euro in eine Aufbereitungsanlage für Palmkernöl und ziehen an anderen Standorten ähnliche Joint-Venture-Investitionen in die Aufbereitung von Rohpalmölderivaten in Betracht, um unsere Forderung nach rückverfolgbar nachhaltiger Versorgung zu unterstützen.

Wir setzen uns für eine Zusammenarbeit mit Lieferanten, anderen Unternehmen und der Politik ein, um den angestrebten Wandel der Branche zu erreichen. Und um die Verknüpfung von Palmöl, Abholzung und Landkonflikten aufbrechen zu können.

Förderung der Nachfrage nach nachhaltigem Palmöl in China

Etwa 14 % des Palmöls ist (Ende 2012) nun durch den Round Table for Sustainable Palm Oil (RSPO) als nachhaltig zertifiziert, aber nur die Hälfte dieses nachhaltig zertifizierten Palmöls wird vom Markt nachgefragt.

2012 hat Unilever sich wichtigen Branchenvertretern und Regierungen beim China Sustainable Palm Oil Supply Chain Forum angeschlossen. Ziel dieser Initiative ist die Förderung einer größeren Nachfrage nach nachhaltigem Palmöl in China, dem weltweit zweitgrößten Konsumenten von Palmöl.

* Ist 2013 von unabhängiger Stelle durch PwC zu bestätigen.

Papier und Pappe (M)

  • Bis 2015 werden wir 75 % des Papiers und der Pappe für unsere Verpackungen aus zertifiziert nachhaltiger Forstwirtschaft oder aus Recyclingmaterial beschaffen. Bis 2020 werden wir 100 % erreichen.
  • Bis Ende 2012 stammten 63 % unseres Papiers und Kartons aus zertifiziert nachhaltiger Forstwirtschaft oder aus Recycling-Material.

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Unsere Perspektive

Von den 63 % bestehen 87 % aus recycelten Fasern und 13 % aus zertifizierten neuen Fasern.

In unserem Fortschrittsbericht 2011 haben wir geschätzt, dass 60 % unseres Papier und unserer Pappe aus nachhaltigen Quellen stammt. Seitdem haben wir deutliche Verbesserungen bei unseren Datenerfassungs- und Berichtsprozessen gemacht und verfügen nun über detailliertere, nachprüfbare Daten.

Sojabohnen & Sojaöl

  • Wir werden bis 2014 alle Sojabohnen und bis 2020 alle Sojaöle nachhaltig beschaffen.
  • Ende 2012 haben wir 10 % unseres Sojaöls aus nachhaltigen Quellen in Form von RTRS-Zertifikaten beschafft.

  • Bei Sojabohnen haben wir 2012 kontinuierliche Fortschritte in Bezug auf eine zertifizierte Versorgung für 2013 gemacht.

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Unsere Perspektive

Wir verwenden Sojaöl bei unseren Brotaufstrichen, Mayonnaisen und Dressings. Wir haben den Round Table on Responsible Soy (RTRS) seit der ersten Zertifikatsausgabe unterstützt, und 2012 waren wir einer der größten Einzelabnehmer der Zertifikate.

Wir kaufen den Großteil unseres Sojaöls in den USA. Hier gibt es bislang kein durch den RTRS zertifiziertes Soja. In den Jahren 2011 und 2012 haben wir mit dem United Soybean Board (USB) und dem WWF US die Möglichkeiten einer nationalen Umsetzung des RTRS für die US-Sojaindustrie erkundet, waren dabei aber nicht erfolgreich. Wir haben uns Field to Market angeschlossen: The Keystone Alliance for Sustainable Agriculture. Bei dieser Initiative arbeiten US-Produzenten, Agrarunternehmen, Lebensmittelkonzerne und Konservierungsorganisationen gemeinsam an nachhaltigen Ergebnissen in der Landwirtschaft. Ihr Fieldprint Calculator ermöglicht Anbauern, zu analysieren, wie ihre eigenen Entscheidungen die natürlichen Ressourcen und die operative Effizienz beeinflussen. Wir nutzen dieses Tool und arbeiten weiterhin mit der USB an der Verfeinerung des Zusageprotokolls für nachhaltiges Soja, dem sogenannten Soy Pledge.

2012 haben wir nicht so viel nachhaltiges Sojaöl erworben wie erhofft. 2013 werden wir ein Pilotprojekt mit US-Sojabauern starten. Ziel ist es, Leistungsverbesserungen nachzuverfolgen und zu verifizieren, um Ergebnisse zu erreichen, die unserem Kodex für nachhaltige Landwirtschaft entsprechen.

Tee

  • Wir planen, bis 2015 den gesamten Tee in Lipton-Teebeuteln von Plantagen zu beschaffen, die von der Rainforest Alliance Certified™ zertifiziert wurden. Bis 2020 sollen 100 % des Tees von Unilever, einschließlich des losen Tees, nachhaltig beschafft werden.
  • Ende 2012 enthielten 75 % unserer Teebeutel-Mischungen von Lipton einen Anteil an Rainforest Alliance Certified™-Tee.
  • Insgesamt stammten 39 % unseres für alle Marken eingekauften Tees von Rainforest Alliance Certified™-Farmen.

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Unsere Perspektive

2007 waren wir das erste bekannte Teeunternehmen, das sich verpflichtete, Tee in großem Umfang nachhaltig zu beschaffen. Wir sind auf Plan, um unser Zwischenziel für 2015 und unser Ziel für 2020 zu erreichen.

Während der vergangenen fünf Jahre haben wir und unsere Lieferanten stark in die Verbesserungen der Anbauverfahren der Teebauern investiert und die Kapazitäten auf über 170.000 Tonnen durch die Rainforest Alliance zertifizierten Tees ausgebaut. Beispielsweise ist der gesamte Tee, den wir aus Argentinien beziehen, mittlerweile durch die Rainforest Alliance zertifiziert. Diese Bemühungen haben wesentlich zur Entwicklung der Teeindustrie in der Provinz Misiones beigetragen.

Zwischen 2007 und Ende 2012 wurden insgesamt etwa 450.000 Bauern nach dem Standard der Rainforest Alliance geschult. Die Schulungen erfolgten in Zusammenarbeit mit Unilever und dienten der Vorbereitung auf die Zertifizierung.

Im Laufe des Jahres 2012 haben wir weiter mit der niederländischen Sustainable Trade Initiative (IDH) sowie der Kenya Tea Development Agency (KTDA) zusammengearbeitet und gemeinsam sogenannte Farm Field Schools finanziert, die auf dem Feld nachhaltige Landwirtschaft fördern.

Unilever und die IDH haben eine gemeinsame Investition von weiteren 4 Mio. Euro in den nächsten zwei Jahren vereinbart, um unsere Nachhaltigkeitsinitiativen in Afrika, Vietnam und Indien großflächig auszuweiten. Diese Schulungen werden nicht nur Unilever, sondern der Teebranche insgesamt zugutekommen.

Obst & Gemüse

  • Bis 2015 werden wir 100 % unserer Früchte aus nachhaltigen Quellen beschaffen.
  • Bis 2012 werden wir 50 % unserer Top 13-Gemüse und Kräuter aus nachhaltigen Quellen beschaffen und 100 % bis 2015. Dies macht über 80 % unseres globalen Gemüse- und Kräutervolumens aus.
  • Bis Ende 2012 wurden 7 % unseres Obstes nachhaltig beschafft.
  • Bis Ende 2012 wurden 59 % unserer wichtigsten 13 Gemüse und Kräuter aus nachhaltigen Quellen beschafft.

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Unsere Perspektive

2012 haben wir unser erstes nachhaltiges Obst beschafft. 2013 werden wir unsere Anstrengungen auf die Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten konzentrieren und uns um weitere Partnerschaften bemühen, denn in diesem Markt haben wir eine eher geringe Bedeutung. Unsere Fortschritte entsprechen nicht unseren Erwartungen. Das macht unser Ziel für 2015 zu einer Herausforderung, aber wir haben einen Plan aufgestellt und sind zuversichtlich, dass wir unser Ziel dadurch erreichen können.

Wir haben das Zwischenziel für unsere wichtigsten 13 Gemüse und Kräuter übertroffen; über die Hälfte unserer Lieferanten haben bis Ende 2012 ihre Anbaumethoden in Übereinstimmung mit dem Unilever-Kodex für nachhaltige Landwirtschaft verifiziert. Wir verfügen nun über 24 „Landmark Farms“, die Gemüse für unsere Marke Knorr liefern und als landwirtschaftliche Musterbetriebe für andere Lieferanten dienen.

Um unser Ziel zu erreichen, haben wir mit Lieferanten und ihren Bauern auf der ganzen Welt an der Identifizierung von Verbesserungsbereichen und der Einschätzung ihrer Fortschritte gearbeitet. Auch hier diente unser Kodex für nachhaltige Landwirtschaft als Grundlage. Wir arbeiten mit Lieferanten von Zwiebeln, Knoblauch und Tomaten in Kalifornien und anderen Teilen der USA sowie mit Lieferanten von Gewürzgurken und Obst in Indien zusammen. In Indien haben wir uns zum Ziel gesetzt, die Ernteerträge auf ein Niveau zu bringen, das zumindest dem globalen Durchschnitt entspricht.

Die Kartoffeln in unseren Pfanni-Produkten stammen aus nachhaltiger Landwirtschaft sowie aus kontrolliertem Vertragsanbau aus Deutschland.

Das erste Knorr-Produkt mit Etikett zur nachhaltigen Beschaffung

Die neue Tomaten- und Mascarpone-Suppe von Knorr wurde 2012 in Frankreich eingeführt und trägt das Etikett „Hergestellt mit nachhaltig angebauten Tomaten“. Hiermit haben wir erstmals für eine Zutat, bei der die Bauern ihre Fortschritte in Übereinstimmung mit dem Unilever-Kodex für nachhaltige Landwirtschaft verifizieren, als „nachhaltig beschafft“ geworben.

Um dies zu erreichen, haben wir 15 Jahre lang mit unseren Tomatenlieferanten gearbeitet. Ein zentraler Punkt ist dabei der Aufbau von Nachverfolgbarkeit: Nur so können wir sicherstellen, dass die Tomaten, die in unseren Produkten zum Einsatz kommen, nachhaltig angebaut und über die gesamte Lieferkette und den Fertigungsprozess nachverfolgt werden können.

Kakao

  • Wir werden bis 2015 den Kakao für unser Magnum-Eis nachhaltig beschaffen. Bis 2020 werden wir den Kakao für alle anderen Produkte nachhaltig beschaffen.
  • Bis Ende 2012 wurden 64 % des Kakaos für Magnum nachhaltig über die Rainforest Alliance-Zertifizierung beschafft. Insgesamt wurden weltweit 43% des gesamten Kakaos nachhaltig beschafft. In Österreich ist bereits 2013 der Kakao für das gesamte Magnum-Sortiment nachhaltig und alle Magnum-Produkte sind mit dem Rainforest Alliance Zertifikat versehen.

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Unsere Perspektive

Auf der Verpackung und online teilt Magnum seinen Verbrauchern mit, warum sich das Unternehmen mit der Rainforest Alliance zusammengeschlossen hat: Um hochwertige Kakaobohnen zu beschaffen, das Einkommen der Bauern zu erhöhen und ihnen Sozialleistungen wie verbesserte Gesundheits- und Sicherheitsverfahren zu bieten.

Um diese Zertifizierung zu erreichen, arbeiten wir mit 20.000 Kleinbauern in ganz Westafrika zusammen. Unser strategischer Lieferpartner Barry Callebaut betreibt Schulungszentren für Bauern. Diese Schulungszentren arbeiten mit Gruppen örtlicher Bauern an der Verbesserung deren Fertigkeiten und Kenntnisse im Bereich nachhaltige Anbauverfahren. Diese Bauern fungieren anschließend wiederum als Ausbilder und geben diese bewährten Verfahren in ihrer Gemeinschaft weiter und ermutigen andere Bauern, dem Programm zu folgen.

Zucker

  • Bis 2020 werden wir unseren gesamten Zucker nachhaltig beschaffen.
  • Bis Ende 2012 wurden rund 8 % des Zuckers nachhaltig beschafft.

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Unsere Perspektive

Unilever hat sich dem Bonsucro Roundtable angeschlossen. Diese gemeinnützige Initiative hat sich verpflichtet, die ökologischen und sozialen Auswirkungen der Zuckerrohrproduktion zu verringern.

Im Dezember 2012 erwarben wir von Bonsucro die allerersten Credits für nachhaltigen Zucker in Brasilien. Auch wenn wir kein großer Einkäufer von Zucker sind, waren wir das erste Bonsucro-Mitglied, das Credits gekauft hat, da wir uns zu einer nachhaltigen Zuckerproduktion verpflichtet haben.

2012 haben wir zudem unseren ersten Zucker von Rübenbauern in Frankreich, Deutschland und den Niederlanden bezogen. Dieser wurde in Übereinstimmung mit unserem Kodex für nachhaltige Landwirtschaft verifiziert.

Sonnenblumenöl

  • Bis 2020 werden wir unser gesamtes Sonnenblumenöl nachhaltig beschaffen.
  • Bis Ende 2012 wurden 14 % des Sonnenblumenöls nachhaltig beschafft.

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Unsere Perspektive

In 2011 lancierten wir in zahlreichen Regionen Pilotprojekte für nachhaltig erzeugtes Sonnenblumenöl, deren Verwirklichung sich jedoch länger hinzog als erwartet. 2012 konnten wir unser erstes nachhaltiges Sonnenblumenöl beschaffen und liegen bei unserem Ziel wieder auf Plan.

Unsere Vorräte wurden in Übereinstimmung mit unserem Kodex für nachhaltige Landwirtschaft selbst verifiziert und mittels Cargill aus Ungarn sowie aus Südafrika beschafft.

Investitionen in die Rückverfolgbarkeit von Sonnenblumenöl

In Südafrika arbeiten wir mit unserem Lieferanten Ceoco an der Verbesserung der Rückverfolgbarkeit in der Lieferkette. Wir haben eine Anbaugemeinde in Limpopo gefunden, die gute Verfahren nutzt, auf denen wir aufbauen können. Dann haben wir diesen Bauern finanzielle Anreize für die Entwicklung von Hybridsamen mit höheren Erträgen geboten. Wir können die Öle zu den einzelnen Farmen, auf denen die Samen angebaut wurden, zurückverfolgen.

Unser nächster Schritt wird sein, das Projekt auf unterschiedliche Provinzen und mehr Bauern auszuweiten.

Rapsöl

  • Bis 2020 werden wir unser gesamtes Rapsöl nachhaltig beschaffen.
  • Bis Ende 2012 wurden 16 % des Rapsöls nachhaltig beschafft.

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Unsere Perspektive

Im Verlauf des Jahres 2012 haben wir mit unserem Lieferanten Cargill an der Verifizierung der deutschen Rapsproduktion nach den Maßstäben des Unilever-Kodexes für nachhaltige Landwirtschaft gearbeitet. Damit bauen wir auf einem Pilotprojekt auf, das wir in 2009 begonnen haben. So konnten wir jährliche Verbesserungspläne vereinbaren, die über die europäischen Agricultural Practice (EUREPGAP) hinausgehen. Unter anderem gehören dazu Maßnahmenpläne im Bereich Artenvielfalt, die Lebensräume verbessern sollen. Wir verfügen nun über ein Modell, das auf andere Ölsamen übertragen werden kann.

In Großbritannien haben wir eng mit LEAF (Linking Environment And Farming), einer Nichtregierungsorganisation für nachhaltige Landwirtschaft, sowie unserem Lieferanten ADM an der erstmaligen Beschaffung von zertifiziertem Rapsöl im großen Maßstab gearbeitet.

Milchprodukte

  • Bis 2020 werden wir alle unsere Milchprodukte nachhaltig beschaffen.
  • Bis Ende 2012 wurden 31 % der Milchprodukte nachhaltig beschafft.

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Unsere Perspektive

Wir haben 2012 bedeutende Fortschritte gemacht und unseren Anteil nachhaltig beschaffter Milchzutaten von 10 % in 2011 auf 31 % in 2012 erhöht.

Nach einem erfolgreichen Pilotprojekt im Jahre 2011 haben wir unsere Arbeit mit FrieslandCampina, einer der größten Milch-Genossenschaften der Welt, ausgeweitet. Das Unternehmen verfolgt selbst Nachhaltigkeitsbestrebungen, beispielsweise bei der Behandlung von Kühen, den Weidebedingungen, der örtlichen Artenvielfalt und der Abfallbelastung. Diese entsprechen den Standards unseres Kodexes für nachhaltige Landwirtschaft.

Fairtrade Ben & Jerry’s

  • Alle Inhaltsstoffe in Ben & Jerry’s Eiscreme werden bis 2013 von Fairtrade zertifiziert. (Ziel wurde 2012 überarbeitet.)
  • 2012 haben wir kontinuierliche Fortschritte bei der Fairtrade-Zertifizierung aller unserer Eiscremesorten gemacht. Das gesamte in Deutschland erhältliche Ben & Jerry’s-Sortiment ist Fairtrade-zertifiziert.

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Unsere Perspektive

In Europa wurden alle fünf Hauptrohstoffe (Zucker, Kakao, Kaffee, Vanille und Bananen) bis Ende 2011 auf Fairtrade (FT) umgestellt.

Die Umstellung unserer restlichen Eissorten ist jedoch ein umfangreiches Vorhaben, bei dem über 200 Zutaten für beinahe 90 Geschmacksrichtungen einbezogen werden müssen. 2011 haben wir Rückschläge in den USA gemeldet, denn wir konnten nicht alle der für unser USA-Geschäft notwendigen FT-zertifizierten Zutaten beschaffen.

Wir haben festgestellt, dass die FT-Zutaten bei einer Reihe der von uns verwendeten Zutaten entweder nicht verfügbar sind oder nicht unseren Spezifikationen entsprechen (beispielsweise bei einigen Nüssen und Gewürzen). Deshalb mussten wir unser Ziel, das sich zuvor auf „alle Zutaten“ bezog, auf „alle Geschmacksrichtungen“ umarbeiten.

Eier aus Nicht-Käfighaltung

  • Wir planen, zu 100 % auf Eier aus Nicht-Käfighaltung für alle unsere Produkte umzustellen, *einschließlich Ben & Jerry’s Eiscreme sowie Hellmann’s, Amora und Calvé Mayonnaisen.

  • Die Einführung unserer Produkte mit Eiern aus Nicht-Käfighaltung wurde fortgeführt und bis Ende 2012 etwa ein Drittel unseres Mayonnaise-Portfolios in Nordamerika aus Eiern aus Nicht-Käfighaltung hergestellt*. In Deutschland ist das Ziel, zu 100% auf Eier auf Nicht-Käfighaltung umzustellen, bereits erreicht.

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Unsere Perspektive

In Westeuropa haben unsere Marken Hellmann’s, Amora und Calvé 2009 einen Anteil an Eiern aus Nicht-Käfighaltung von 100 % erreicht. In Deutschland, Österreich und der Schweiz enthalten die Mayonnaisen von Knorr und Kuner ausschließlich Eier aus Freilandhaltung. Auch für unsere Ben & Jerry´s Eiscreme werden seit langem Eier aus Freilandhaltung verwendet.

In Nordamerika haben wir 2012 gute Fortschritte gemacht und sind zuversichtlich, dass wir bei unserem Mayonnaise-Portfolio in dieser Region in den kommenden Jahren 100 % Eier aus Nicht-Käfighaltung erreichen werden.

*Wenn nach lokaler Gesetzgebung zulässig.

Steigerung der nachhaltigen Beschaffung von Büromaterialien

  • Bis 2013 werden wir alle papierbasierten Büromaterialien für unsere Top 21-Länder aus entweder zertifiziert nachhaltigen Wäldern oder recycelten Quellen beschaffen.
  • Bis September 2012 kamen 95 % unserer papierbasierten Materialien aus zertifizierten nachhaltigen Wäldern oder Recycling-Quellen.

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Unsere Perspektive

Wir machen gute Fortschritte bei unserem Ziel für 2013 und werden weiterhin eng mit unseren Lieferanten zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass unsere Berichtsprozesse solide sind.

In DACH wurde Ende 2012 fast das gesamte papierbasierte Büromaterial aus nachhaltiger Forstwirtschaft oder aus recyceltem Material hergestellt.

„Über ein Drittel unserer landwirtschaftlichen Rohmaterialien werden nun nachhaltig beschafft.“

Zukünftige Herausforderungen

Die nachhaltige Beschaffung all unserer Rohmaterialien bleibt weiterhin ein anspruchsvolles Ziel, besonders dort, wo unser Markteinfluss aufgrund kleinerer Volumina geringer ist. Wir haben mit unseren wichtigsten 10 landwirtschaftlichen Materialien begonnen und ziehen nun weitere 30 in Betracht. Das macht etwa 20 % unseres Volumens aus, Fortschritte in diesen Bereichen werden also einen bedeutenden Meilenstein darstellen. 2012 haben wir deutliche Fortschritte bei Zutaten wie Vanille und Fleisch gemacht.

Wir wissen, dass Verifizierung und Zertifizierung nicht die letztendlichen Ziele sind. Die echte Herausforderung besteht darin, die positiven Auswirkungen der Nachhaltigkeit auf die Lebensbedingungen der Bauern und auf die Umwelt zum Vorschein zu bringen.

Diese Probleme anzugehen ist nicht einfach. Dabei ist die Zusammenarbeit mit anderen ein entscheidender Erfolgsfaktor: Indem wir unsere globalen Lieferketten gemeinsam verändern, können wir schnellere Fortschritte erzielen und auch das Bewusstsein der Verbraucher für die Vorteile nachhaltig beschaffter Produkte erhöhen.

Unsere Rohmaterialien, die nicht aus der Landwirtschaft stammen (und daher auch nicht erneuerbar sind), waren 2012 ebenfalls im Fokus.

Wir haben damit begonnen, die Nachhaltigkeitsverbesserungen im Bereich von Industriemineralien zu identifizieren, und haben nun bei der Hälfte unseres Portfolios eine klare Sicht auf die Ursprünge und Abbaustellen. Wir haben zudem bestehende Initiativen und Programme zur Reduzierung der umwelttechnischen, gesundheitlichen und sicherheitstechnischen Auswirkungen der von uns eingesetzten Rohmaterialien („Product Stewardship Programmes“) analysiert.