Unsere Geschichte

Auf dem Weg zu einem der bedeutendsten Markenartikelhersteller der Welt blicken wir auf eine lange und ereignisreiche Geschichte zurück.

Die Meilensteine

1869

erfindet Mège Mouriès die Margarine. Diese "Margarine Mouriés", eine "Sparbutter" aus gereinigtem Rindertalg und Milch, wird im selben Jahr patentiert.

1888

gründen die Butterhändler Jurgens und Van den Bergh die ersten Margarinefabriken auf deutschem Boden. Die niederländische Familie Jurgens erwirbt 1871 das Know-how zur Herstellung von "Margarine Mouriès" und baut in ständiger Konkurrenz zur Familie Van den Bergh einen Markt in den Niederlanden und in Deutschland auf.

1899

gründet der Brite William Hesketh Lever in Mannheim-Rheinau die Sunlicht-Seifenfabrik AG. Da der Import von Rohstoffen und Seifen nach Deutschland mit hohen Zöllen belegt ist, investiert nach Jurgens und Van den Bergh auch Lever in deutsche Produktionsstätten.

1914

verkauft Lever die Aktien der Sunlicht-Seifenfabrik AG an die Süddeutsche Diskonto-Gesellschaft in Mannheim. Als der Erste Weltkrieg ausbricht, will sich Lever so vor der drohenden Zwangs-Enteignung schützen.

1917/1918

steigt der Butterfabrikant Jurgens ins Seifengeschäft ein. Das Fett ist knapp; um fettreduzierte "Kriegsartikel" herzustellen, werden große Seifenbetriebe in einem Syndikat zusammengeführt. Auch Jurgens kauft in Hamburg und Leipzig Seifenhersteller auf und beteiligt sich so am Syndikat.

1924

führt Jurgens „Rama“ innerhalb weniger Tage in einer beispiellosen Kampagne in Deutschland ein. Wenig später folgt van den Bergh mit „Schwan im Blauband“. Beide kämpfen um die Vormacht auf dem Margarinemarkt. Jurgens und Van den Bergh sind bereits die führenden Margarine-Hersteller in Deutschland. Beide entwickeln eine neue Qualitätsmargarine und kämpfen um Platz 1 im Markt.

1924

kauft Lever Brothers Ltd. die Mannheimer Seifenfabrik zurück. Levers Geld, das er für seine Seifenfabrik hinterlegte, ist durch die Inflation entwertet. Er muss seine Fabrik ein zweites Mal erwerben.

1925

kommen die Brüder Schicht mit der Parfümerie Elida AG nach Leipzig. Im Rahmen eines Abkommens stellt Jurgens der tschechischen Georg Schicht AG seine Seifenfabrik in Leipzig als Produktionsstätte zur Verfügung.

1927

verschmelzen die Familien Jurgens und Van den Bergh ihre Geschäfte in Rotterdam zur "Margarine Unie" und in London zur "Margarine Union". Um dem Vorwurf zu begegnen, es entstünde ein Margarinemonopol, wartet man in Deutschland mit diesem Schritt noch.

1928

wird die Georg Schicht AG Teil der niederländischen "Margarine Unie".

1929

Am 19. Juni schließen sich Jurgens und Van den Bergh in Berlin zur Margarine-Verkaufs-Union (MVU) zusammen. Während die Margarinefabriken anderen Holdings gehören, vertreibt die MVU deren Produkte. Zugleich ist sie Muttergesellschaft für Ölfabriken, Verpackungsfirmen und Einzelhandelsketten, verteilt über das ganze deutsche Reich.

1929/1930

vereinigen sich Margarine Unie/Union und Lever Brothers Ltd. zu Unilever. Aus der niederländischen Unie wird Unilever N.V.; die britische Union übernimmt die Stammaktien von Lever Brothers und wird zur neuen Unilever Ltd. Es ist der bis dato größte Firmenzusammenschluss der Welt.

1930

zieht auch die Sunlicht Gesellschaft AG nach Berlin. Obwohl die Sunlicht aus Mannheim nach wie vor nach London, die Margarine-Verkaufs-Union nach Rotterdam berichtet, treten beide Dachgesellschaften der deutschen Unilever nach außen gemeinsam auf.

1932

besteht die deutsche Unilever-Gruppe aus 100 Firmen. 69 Firmen gehören vollständig zum Konzern, 31 nur zum Teil. Sunlicht übernimmt 1932 den Parfümhersteller Elida.

1933

will das Nazi-Regime den Fettverbrauch halbieren. Um Deutschland "kriegsfähig" zu machen, sollen die Menschen mit weniger Fett auskommen. Unilever muss die Margarineproduktion drosseln, darf aber niemanden entlassen.

1935

beginnt die Margarine-Verkaufs-Union, Firmen aufzukaufen. Die Rotterdamer Muttergesellschaft bezahlt die Rohwaren für die deutsche Tochter, bekommt aber wegen strenger Devisenbestimmungen kein Geld zurück. Es wird in Deutschland in Aktien ("Nordsee"), Immobilien und in Firmen investiert (Langnese Eis am Stiel, Schmelzkäse, Textil- und Papierfabriken).

1938

wird die österreichische Unilever Teil der deutschen Gruppe. Nur mit Mühe gelingt es dem deutschen Teilkonzern, sich vor der politisch bedingten Liquidation zu retten. Als Österreich und das Sudetenland Teil des Deutschen Reiches werden, gehört auch das große Werk der Familie Schicht in Aussig zur deutschen Unilever-Gruppe.

1939

wird Solo Feinfrost gegründet. Fisch als wertvoller Eiweißlieferant gewinnt an Bedeutung. Um den Bedarf decken zu können, muss Fisch besser konserviert werden. In Kooperation mit der "Nordsee" kauft die deutsche Unilever-Gruppe die Tiefgefrier-Lizenz für ganz Europa und gründet "Solo Feinfrost" für das Gefrieren von Gemüse und Obst.

1941

soll Unilever als Feindvermögen beschlagnahmt werden. Eine Untersuchung der "Unilever-Interessen" zeigt ein großes, dezentrales Konzerngeflecht, dessen einzelne Glieder in die Versorgung der Bevölkerung des Großdeutschen Reiches eingebunden sind. Es gelingt den Machthabern nicht, den Konzern in ein 'deutsches Syndikat' zu überführen. Es werden allerdings SS-Offiziere in die Geschäftsleitung der Union versetzt. Die Nordsee-Aktien müssen unter Wert verkauft werden, ebenso Schifffahrtsfirmen an die "Reichswerke Hermann Göring".

1945

verlegt Unilever die Hauptverwaltung nach Hamburg. Die meisten Abteilungen sind schon 1943 von Berlin nach Pratau bei Wittenberg bzw. nach Nordböhmen umgezogen, um den Bombenangriffen der Alliierten zu entgehen. Viele Werke und das neue Union-Haus in Berlin sind bei Kriegsende ganz oder teilweise zerstört.

1948

wird die Produktion in den meisten Fabriken wieder aufgenommen. Nach der Währungsreform kann die deutsche Unilever-Gruppe die "Nordsee"-Aktien von der Stadt Hamburg zurückkaufen. Die Schäden durch Bomben und Artillerie sind weitgehend ausgebessert, doch die Verluste sind hoch: Die Danziger Fabriken, zwei Schmelzkäsewerke in Ostpreußen und eine Kartonfabrik gingen verloren. Die Schicht AG in Aussig war 1945 entschädigungslos enteignet worden. Der Kontakt zu einer Fettfabrik in Berlin, dem Margarinewerk in Pratau sowie kleineren Produktionseinheiten für Tiefkühlgemüse und -obst bricht ab, weil sie in der sowjetisch besetzten Zone liegen.

1950

Ende der Zwangswirtschaft für den Margarinemarkt. Die aufgrund der Koreakrise erhöhten Rohwarenpreise und ein niedriger Marktanteil beim wichtigsten Produkt Margarine erschweren den Wiederaufbau des deutschen Unilever-Geschäfts.

1953

wird die Parfümerie Elida wieder selbständig. Das Parfüm-Geschäft ist profitabel genug, um Elida wieder von Sunlicht zu trennen und als Tochter-Unternehmen auf eigene Beine zu stellen.

1958

wird aus der Dachgesellschaft Margarine-Union AG eine GmbH. Das Wirtschaftswunder und die wachsende Popularität der beiden Margarinemarken Sanella und Rama stärken das deutsche Unilever-Geschäft. Den größten Umsatz macht das Unternehmen mit Ölmühlenprodukten, gefolgt von Margarine und Speisefetten. Am stärksten wächst Langnese: Der Eisumsatz von 1953 verzehnfacht sich bis 1959.

1961

läuft das erste Päckchen Iglo-Tiefkühlspinat vom Band und die Schafft Fleischwerke in Ansbach werden von der deutschen Unilever-Gruppe übernommen.

1963

Umzug in das neu erbaute Unilever-Haus, das erste Hochhaus Hamburgs. 1.500 Angestellte finden im modernsten Bürohaus dieser Zeit Arbeitsbedingungen vor, wie sie in Deutschland noch unbekannt sind.

1971

Gründung der Deutschen Unilever GmbH als Holding des deutschen Teilkonzerns.Nach 41 Jahren unter Führung der Margarine-Union werden mit der Gründung der Deutschen Unilever GmbH am 1.1.1971 die Aufgaben getrennt. Die neue Holding übernimmt das Kapital aller am Markt operierenden Geschäfte der deutschen Gruppe. Die einzelnen Companies konzentrieren sich auf ihre jeweiligen Märkte.

1972

wechselt die Margarine-Union den Namen. Um die Bedeutung der neu hinzugekommenen Geschäftsfelder zu unterstreichen, nennt sich die Margarine-Union ab 1.April Union Deutsche Lebensmittelwerke.

1970-1974

werden etliche Firmen verkauft oder geschlossen Die Investition in drei Textilfirmen - vor dem Krieg getätigt - hatte nie ein eigener Geschäftsschwerpunkt werden sollen. Als die Gewinne zurückgehen, werden diese Firmen verkauft und Beteiligungen an anderen Margarinefabriken abgestoßen.

1981

leitet der Konzern die entschlossene Konzentration auf das Kerngeschäft ein. Im Konjunkturtief der frühen 80er Jahre hält Unilever zwar die Umsätze, doch die Gewinne sinken. Firmen werden verkauft, Produktionen zusammengelegt und Fabriken geschlossen. Die deutsche Unilever-Gruppe trennt sich nach und nach von den letzten Anteilen der Werbeagentur Lintas, den Ölmühlen Thörl und Spyck, den Marktforschungsfirmen IVE und Marplan, dem Forschungslabor Natec sowie der "Elbe" Transport GmbH.Die Konzentration auf die klassischen Felder Nahrungs-, Wasch-, Reinigungs-, und Körperpflegemittel sowie Spezialchemikalien verspricht ein nachhaltigeres Geschäft.

1986

präsentiert sich die deutsche Unilever-Gruppe wieder in guter Form. Der Jahresüberschuss hat sich mittlerweile mehr als verdoppelt: die Unilever-Gruppe ist auf Erfolgskurs. Eiskrem und Tiefkühlfrost expandieren und Langnese-Iglo ist zweitgrößte Firma des deutschen Teilkonzerns.

1989

öffnet sich mit der DDR ein neuer Markt. Neue Firmen wie Chesebrough Pond´s, Elizabeth Arden oder die Chemiefirma National Starch werden integriert. Langnese-Iglo startet mit Magnum ein Eis, das sich zu einer der erfolgreichsten Marken Unilevers weltweit entwickelt. Die Margarinefabrik Pratau, vom DDR-Staat in Verwaltung genommen, kommt wieder zurück in die Unilever-Familie; zwei kleinere Margarinefabriken in Chemnitz und Gotha werden übernommen. Zwei Tage nach der Wiedervereinigung läuft in Chemnitz Rama vom Band. Um Arbeitsplätze in den späteren neuen Bundesländern zu sichern, erhalten sieben Betriebe Lohnverträge.

1991

wird Calvin Klein eine Unilever-Marke. Damit verstärkt das Unternehmen sein wachsendes Geschäft mit hochwertiger Kosmetik. Außerdem übernimmt der Konzern die Fritz Homann Lebensmittelwerke. Die 4P Verpackungsgruppe wird verkauft.

1996

vergrößert Diversey das Geschäft mit professionellen Reinigern. Aus Lever Sutter wird DiverseyLever. Das traditionelle Geschäft mit Industriereinigern wird durch den internationalen Unilever-Zukauf erheblich gestärkt.

1997

Die Konzentration auf das Kerngeschäft mit Nahrungs-, Wasch-, Reinigungs- und Körperpflegemitteln geht weiter. Unilever trennt sich von den internationalen Firmen für Spezial-Chemikalien (in Deutschland Unichema, National Starch und Quest) und der deutschen "Nordsee". Die Produktion von Tiefkühlfisch bleibt unberührt, da Frozen Fish International bereits 1995 Langnese-Iglo zugeordnet wurde.

1999

verschmelzen Lever und Elida Fabergé zu Lever Fabergé. Die (Wieder-)Vereinigung der Firmen Lever und Elida verbessert ihre Position in hart umkämpften Märkten.

2000

Unilever geht auf Einkaufstour: Bestfoods, Ben & Jerry's, Slim Fast und Amora Maille stärken das Portfolio. Die Konzentration des Konzerns auf wenige wachstumsträchtige Geschäftszweige führt gleichzeitig zu einer umfassenden Neuorganisation. Unilever trennt sich mit MeisterMarken vom Bäckereigeschäft. Im Gegenzug kauft Unilever den Mitbewerber Bestfoods: die bedeutenden Marken dieses weltweit operierenden Unternehmens (in Deutschland u.a. Knorr, Pfanni, Mazola, Mondamin) verstärken gerade den Bereich der Nahrungsmittel, in dem Unilever wachsen möchte. Im gleichen Jahr erwirbt der Konzern auch internationale Marken wie Amora Maille (Feinkost), Ben & Jerry's (Eiskrem) und Slim-Fast (Diätprodukte).

2001

verschmelzen die beiden Duftfirmen Calvin Klein und Parfums International zu Unilever Cosmetics International in Düsseldorf. Unilever verabschiedet sich vom Markt der professionellen Wasch- und Reinigungsmittel: Verkauf von DiverseyLever an Johnson Wax Professional. Die Margarinewerke Kleve und Mannheim werden verkauft.

2002

Die Flutkatastrophe an der Elbe trifft auch das Margarinewerk in Pratau. In einer beispiellosen Solidaritätsaktion spenden Mitarbeiter und Pensionäre sowie der Konzern über 400 000 Euro für die privat betroffenen Kollegen und die Gemeinde Pratau. Die Fettraffinerie Brake und das Käsewerk Kempten werden verkauft.

2004

Unilever stellt seinen neuen Markenauftritt und die Vitality-Strategie vor, die zum Ziel hat, Lebensqualität zu steigern: „Wir erfüllen tägliche Bedürfnisse nach Ernährung, Hygiene und Körperpflege mit Marken, die den Menschen dabei helfen, sich gut zu fühlen, gut auszusehen und mehr vom Leben zu haben. “Der Abschied vom Tiefkühl-Baguettegeschäft (Bistro). Des weiteren werden die Marken Livio, Becht’s, Biskin, Palmin und Pomps verkauft.

2005

Unilever kauft die Rama Cremefine Fabrik in Kleve. Die Marke Dextro Energy und das Werk Krefeld werden verkauft. Im selben Jahr verabschiedet sich Unilever mit dem Verkauf von Unilever Cosmetics International aus dem Parfum- und Kosmetikgeschäft. One Unilever: Unilever legt im August die drei großen Geschäfte Unilever Bestfoods, Langnese-Iglo und Lever Fabergé in einem einheitlichen Unternehmen zusammen.

2006

Das europäische Tiefkühlkost-Geschäft wird an den internationalen Private Equity Fonds Permira verkauft. In Deutschland gehen damit auch der Iglo-Standort im münsterländischen Reken sowie die Firma Frozen Fish International in Bremerhaven an den neuen Besitzer über. Das Eiscreme-Geschäft mit der Marke Langnese verbleibt bei Unilever.

2007

Der Bau des neuen Unilever-Hauses in der neu entstehenden Hafencity in Hamburg beginnt im Frühjahr.

2008

Im Zuge der europäischen Strategie beschließt Unilever die Bildung einer Drei-Länder-Organisation für Deutschland, Österreich und die Schweiz (D-A-CH). Hauptsitz der neuen Organisation ist seit 1. Januar 2008 Hamburg.

2009

Unilever Deutschland bezieht das neue Unilever-Haus am Strandkai 1 in der Hamburger HafenCity.

2010

Mit der Akquisition des Personal-Care-Geschäfts von Sara Lee kommen die Marken Duschdas und badedas ins Portfolio.

2011

Integration der neu erworbenen Haarpflege-Marken Tigi und Toni & Guy

2012

1. Platz Deutscher Nachhaltigkeitspreis (Kategorie “Deutschlands nachhaltigste Zukunftsstrategie”)

2013

Unilevers größte Marke Knorr feiert ihr 175-jähriges Jubiläum

2014

Das Fleischsnack-Geschäft wird an das amerikanische Familienunternehmen Jack Link’s verkauft. Neben den Marken BiFi und Peperami geht auch das Schafft-Werk in Ansbach an den neuen Besitzer über.

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